In der Zucht kann es leider passieren, dass das Muttertier nach der Geburt des Fohlens verstirbt oder das Fohlen nicht annimmt. Hat man eine trächtige Stute, sollte man auf so einen Fall immer vorbereitet sein, damit man sofort handeln kann, wenn etwas schiefgeht. Die ersten Stunden und Tage im Leben eines Fohlens sind entscheidend für seine Entwicklung. Doch auch, wenn die Mutter verstirbt oder das Fohlen ablehnt und sich nicht darum kümmern möchte, gibt es Wege, es zu einem kräftigen Tier heranzuziehen.

Flaschenkinder und Ammenstuten

Vor zehn Jahren passierte es mir zum ersten Mal, dass eine Stute ihr Fohlen nach der Geburt nicht annahm. Freya hatte vorher schon zwei Fohlen geboren und ist beiden eine liebevolle Mutter gewesen, doch in dem Fall merkte ich sofort, dass etwas anders war. Nach der Geburt leckte Freya ihr Fohlen nicht trocken, sondern ignorierte es. Als es sich ihr näherte, drehte sie sich weg und wurde unruhig.

Ich verständigte umgehend unseren Tierarzt, der mir viele Tipps gab, wie ich das Fohlen selbst großziehen konnte. Die ersten Tage fütterte ich es mit der Flasche und ich beschloss, es Sona zu nennen. Der Name kommt aus dem schottisch-gälischen und bedeutet „glücklich“, was zu meinem kleinen Flaschenkind passte. Ich brachte es mit einer anderen Stute und ihrem neugeborenen Fohlen zusammen und diese akzeptierte Sona als Pflegekind.

Sona wuchs zu einem tollen Tier heran und verließ meinen Hof im Alter von vier Jahren. Inzwischen hat sie selbst ein Fohlen bekommen.

Nach diesem Vorfall passierte es mir noch zweimal, dass die Mutter sich nicht um ihr Fohlen kümmern konnte und auch in Zukunft bin ich immer darauf vorbereitet. Der erste Schritt ist auf jeden Fall immer, den Tierarzt zu verständigen. Denn auch wenn man Erfahrung mit Shetlandponys und der Aufzucht hat, sollten die Fohlen vor allem in den ersten drei Monaten ihres Lebens tierärztlichen versorgt werden.